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Investitionszurückhaltung bremst Technotrans

05.08.2008

Auch im zweiten Quartal 2008 blieb der Konzernumsatz der Technotrans AG unter dem Vorjahresniveau. Mit 33,4 Millionen Euro lag er knapp 5 Millionen Euro oder 12,6 Prozent unter dem des entsprechenden Vorjahreszeitraumes. Zum Halbjahr erreichte der Umsatz daher nur 70,7 Millionen Euro, ein Rückgang um 7,7 Prozent (Vorjahr 76,6 Millionen Euro). Während das Segment Services mit einem Wachstum von 6 Prozent seine erfreuliche Entwicklung fortsetzte, belastete die Investitionszurückhaltung im Vorfeld der Branchenmesse Drupa und das schwächere konjunkturelle Umfeld das Segment Technology deutlich stärker als erwartet. Wechselkursveränderungen des US- Dollar im Vergleich zum Vorjahr wirkten sich dabei mit rund 1,2 Millionen Euro aus.

Mit 33,1 Prozent konnte die Bruttomarge nach sechs Monaten zwar annähernd auf dem üblichen Niveau stabilisiert werden, jedoch sank das Bruttoergebnis infolge des Umsatzrückganges um 9,9 Prozent oder rund 2,5 Millionen Euro. Dies, zusammen mit den aufgrund der Drupa um knapp 1 Million Euro erhöhten Vertriebskosten, verursachte den Rückgang des operativen Ergebnisses auf 4,8 Millionen Euro (Vorjahr 7,8 Millionen Euro). Die EBIT- Marge erreichte zum Halbjahr nur 6,8 Prozent. Infolge des niedrigeren Umsatzniveaus wurden daher Maßnahmen eingeleitet, die das Ergebnis im weiteren Jahresverlauf stabilisieren und verbessern werden.

Nahezu unverändert stellt sich die Steuerquote im Konzern dar (39,3 Prozent), die immer noch maßgeblich von den fehlenden Ergebnisbeiträgen der Tochtergesellschaften geprägt ist. Nach sechs Monaten erreicht der Periodenüberschuss 2,6 Millionen Euro (Vorjahr 4,7 Millionen Euro), dies entspricht einem Ergebnis je durchschnittlich im Umlauf befindlicher Aktie von 0,41 Euro (Vorjahr 0,70 Euro). Nachdem am Jahresende 2007 noch 831 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Konzern beschäftigt waren, sank diese Zahl nach sechs Monaten auf 823. Einstellungen wurden nur noch in den wachstumsstarken Bereichen des Unternehmens wie dem Segment Services vorgenommen, in anderen Bereichen wurden die Kapazitäten teilweise bereits an das niedrigere Umsatzvolumen angepasst. Auch die Anzahl der Leiharbeiter, die in diesen Beschäftigtenzahlen nicht berücksichtigt wird, ist rückläufig.

Die Segmente

Die Investitionszurückhaltung im Vorfeld der Drupa und die allgemeine konjunkturelle Abkühlung haben im Umsatz des Technology Segmentes deutliche Spuren hinterlassen. Der Umsatz im zweiten Quartal lag mit 23,8 Millionen Euro mehr als 5 Millionen Euro oder 18,5 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresquartal. Zum Halbjahr erreichte der Umsatz 51,4 Millionen (Vorjahr 58,4 Millionen, - 12 Prozent). Planmäßig entwickelten sich die Umsätze mit den Druckmaschinenherstellern, während das Endkundengeschäft und insbesondere das Projektgeschäft schwächer als geplant verlief. Vereinzelt wurden Aufträge aufgrund der schlechten Preisqualität nicht angenommen. Aufgrund der niedrigen Umsätze und der zusätzlichen Belastung durch die Kosten der Drupa in einer Größenordnung von knapp 1 Million Euro erreichte das Segmentergebnis im zweiten Quartal nur 0,2 Millionen Euro. Für das erste Halbjahr resultiert daraus ein Ergebnis von 1,6 Millionen Euro, dies entspricht einer Segmentrendite von 3,0 Prozent.

Auch im zweiten Quartal stieg der Umsatz im Segment Services, und zwar um 6,3 Prozent auf 9,6 Millionen Euro (Vorjahr 9,1 Millionen Euro). Damit setzte sich die erfreuliche Entwicklung weiter fort, so dass zum Halbjahr insgesamt ein Umsatz von 19,3 Millionen Euro erreicht wurde (Vorjahr 18,2 Millionen Euro, plus 6,0 Prozent). Besonders erfolgreich entwickelte sich wiederum der Geschäftsbereich global document solutions (gds, Technische Dokumentation), und zwar sowohl auf der Seite der Diens tleistungen für externe Kunden wie auch im Bereich der selbst entwickelten Software. Der Produktbegleitende Service hingegen wurde durch die Installationen im Umfeld der Drupa in diesem Quartal negativ beeinflusst, da im Interesse einer optimalen Präsentation des Produktportfolios auf den Messeständen der Druckmaschinenhersteller die Leistungen der Techniker nicht in vollem Umfang abgerechnet wurden.

Die Profitabilität des Segmentes Services war hierdurch ebenfalls beeinflusst, so dass im zweiten Quartal nur 1,4 Millionen Euro erwirtschaftet wurden (Vorjahr 1,2 Millionen Euro). Das Segmentergebnis nach sechs Monaten beträgt 3,0 Millionen Euro, dies entspricht einer Segmentrendite von 15,3 Prozent.

Ausblick

"Angesichts der konjunkturellen Schwächephase und der mageren Impulse aus der Drupa gehen wir davon aus, dass es nicht gelingen wird, das Umsatzdefizit des ersten Halbjahres von rund 10 Millionen Euro gegenüber unserer ursprünglichen Planung im zweiten Halbjahr auszugleichen," sagt Henry Brickenkamp, Sprecher des Vorstandes der Technotrans AG. "Aus heutiger Sicht erscheint es eher wahrscheinlich, dass wir unser Umsatzziel von 160 Millionen Euro für das Gesamtjahr um ungefähr 15 Millionen Euro verfehlen werden." Technotrans hätte jedoch alle Voraussetzungen, um sich auch in einem schwierigen Marktumfeld deutlich besser als die Branche insgesamt zu entwickeln.

Finanzvorstand Dirk Engel ergänzt: "Um unter diesen Umständen das Ergebnis zu stabilisieren und zu steigern, haben wir eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet, die das operative Ergebnis um 3 Millionen Euro pro Jahr verbessern werden, davon sollen etwa 2 Millionen Euro noch im aktuellen Geschäftsjahr wirken. Dazu gehört, dass wir spezielle Komponenten der Kältetechnik verstärkt selbst produzieren, die Abläufe der Produktion deutlich effizienter gestalten und die Kapazitäten dem niedrigeren Umsatzniveau anpassen. Unser Ziel ist es, auf der Basis der neuen Umsatzprognose eine EBIT- Marge von 7 bis 8 Prozent für das Gesamtjahr zu erwirtschaften." Die erforderlichen Instrumente, um auf Schwankungen der Nachfrage flexibel zu reagieren, sind vorhanden und hätten sich auch in der Vergangenheit bereits bestens bewährt.

Von dem konjunkturellen Klima ist besonders das Segment Technology betroffen. Henry Brickenkamp erläutert zu den Aussichten: "Wir rechnen zwar damit, dass wir hier im zweiten Halbjahr höhere Umsätze als im ersten Halbjahr erzielen werden, aber der erwartete Drupa- Effekt wird sich voraussichtlich nicht signifikant auswirken." Mit der Resonanz auf den eigenen Messeauftritt und auf die Themen, die Technotrans in den Mittelpunkt gestellt hat, zeigt sich das Management trotzdem außerordentlich zufrieden. "Das Interesse für den Bereich Reinigungssysteme ebenso wie für das Thema Energieeffizienz war ausgesprochen hoch und wir sind überzeugt, dass wir hier strategisch die richtigen Weichen gestellt haben für die weitere mittel-  und langfristige Entwicklung des Unternehmens."

Das Segment Services, das 25 Prozent des Umsatzes repräsentiert, erweist sich hingegen in schwierigen Zeiten stets als stabilisierendes Element. "Wir rechnen auch hier für den weiteren Jahresverlauf mit einer positiven Entwicklung. Einerseits werden die im Markt installierten Systeme infolge der Investitionszurückhaltung älter und es entsteht erhöhter Bedarf an Wartung und Ersatzteilen. Zusätzlich rechnen wir mit positiven Beiträgen aus unseren neuen Tochtergesellschaften. Und darüber hinaus ist in diesem Segment der Bereich Technische Dokumentation enthalten (global document solutions -  gds). Seit mehreren Jahren wächst dieser Bereich weit überdurchschnittlich und bietet mit seinen Produkten und Dienstleistungen ein Geschäft weitgehend unabhängig von der Druckindustrie. Wir sind deshalb bereit, gds strategisch weiterzuentwickeln, um einen bereits sehr erfolgreichen Grundstein unseres Dienstleistungsbereiches in deutlich andere Größenordnungen zu bringen."

Der vollständige Quartalsfinanzbericht 1- 6/2008 steht auf der Technotrans-Homepage, Bereich Investor Relations, als Download zur Verfügung. Der Bericht über das dritte Quartal und die ersten neun Monate 2008 wird voraussichtlich am 4. November 2008 veröffentlicht.

die Originalnachricht finden Sie hier

 
 

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